Microsoft nennt eigene KI „nur Unterhaltung"
Der Konzern, der Milliarden in KI pumpt und Copilot in jedes Windows-Produkt drückt, schreibt in seine eigenen Nutzungsbedingungen: Das Ding ist nur zum Spaß da. Kein Witz.
Was in den AGB steht
Microsoft hat für Copilot einen Passus formuliert, der es in sich hat. Der Chatbot „dient ausschließlich Unterhaltungszwecken". Drei Wörter, die alles untergraben, was Satya Nadella seit zwei Jahren auf jeder Keynote predigt.
Die Rechnung geht so
- Microsoft verkauft Copilot an Unternehmen für 30 Dollar pro Nutzer und Monat
- Microsoft integriert Copilot in Windows, Office, Edge, Bing und Teams
- Microsoft nennt Copilot intern den wichtigsten Wachstumstreiber seit der Cloud
- Microsoft schreibt in die AGB: Ist nur Unterhaltung, Leute
💡 Was das bedeutet
Die Klausel ist juristischer Selbstschutz in Reinform. Wenn Copilot Mist baut — falsche Zahlen in einer Excel-Tabelle, halluzinierte Rechtsberatung, erfundene Quellenangaben — kann Microsoft auf die AGB zeigen und sagen: Wir haben euch gewarnt. Du hast einem Clown vertraut, nicht uns.
Der Widerspruch auf einen Blick
Marketing sagt:
- „Copilot macht euch produktiver"
- „KI-Assistent für die Arbeit"
- „Transformiert eure Workflows"
Die AGB sagen:
- „Nur Unterhaltung"
- „Keine Gewähr für Richtigkeit"
- „Nutzung auf eigene Gefahr"
Warum die Techcommunity ausrastet
Berechtigterweise. Entweder ist Copilot ein ernstzunehmendes Produktivitäts-Tool — dann kann man es nicht als Spielzeug deklarieren. Oder es ist tatsächlich nur Unterhaltung — dann hat es in Enterprise-Software nichts verloren. Beides gleichzeitig geht nicht.
Das Muster kennt man von Social-Media-Konzernen. Facebook nannte sich jahrelang „Plattform, nicht Publisher", um Verantwortung für Inhalte abzuwälzen. Microsoft macht dasselbe mit KI: Wir verkaufen es als Tool, aber haften wie für ein Meme.