Anthropic killt eigene Fans per DMCA-Keule
Peinlicher geht's kaum: Anthropic wollte geleakten Claude-Code-Quellcode von GitHub tilgen — und hat dabei massenhaft legitime Forks des eigenen offiziellen Repos plattgemacht. Die DMCA-Takedown-Welle traf nicht nur den Leak, sondern auch Entwickler, die ganz regulär am öffentlichen Code mitgearbeitet hatten.
Was passiert ist
Am Dienstag ging bei GitHub ein DMCA-Notice von Anthropic ein. Ziel: Ein Repository mit geleaktem Quellcode des Claude-Code-Clients, ursprünglich veröffentlicht von einem Nutzer namens "Gi". Das Problem: GitHubs Takedown-Mechanismus rasierte gleich dutzende legitime Forks mit ab. Kollateralschaden im großen Stil.
Timeline
- Leak:** Claude-Code-Quellcode taucht unautorisiert auf GitHub auf
- Dienstag:** Anthropic reicht DMCA-Takedown bei GitHub ein
- Sofort danach:** Legitime Forks des offiziellen Repos verschwinden
- Kurz darauf:** Anthropic rudert zurück, Forks werden wiederhergestellt
Was das bedeutet
Anthropic zeigt hier eine klassische Panikreaktion. Statt chirurgisch den Leak zu entfernen, wurde mit der Schrotflinte geschossen. Das Signal an die Open-Source-Community: Wer unser Repo forkt, lebt gefährlich. Für eine Firma, die sich als entwicklerfreundlich positioniert, ist das ein Eigentor mit Ansage.
✅ Pro
- Verständlich, dass Anthropic seinen proprietären Code schützen will
- Takedown wurde schnell korrigiert
❌ Con
- Trifft die eigene Community
- DMCA-Overreach ist ein PR-Desaster
- Den Leak stoppt das sowieso nicht — einmal im Netz, immer im Netz
Der DMCA-Takedown wurde rückgängig gemacht, aber das Vertrauen der Entwickler-Community lässt sich nicht so einfach per Git-Revert wiederherstellen.
Anthropic steht jetzt vor einem unlösbaren Problem: Der Code ist draußen. Jeder DMCA-Antrag ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Und jeder Fehlschuss wie dieser macht die Sache nur schlimmer.