Ex-Bluesky-Chefin lässt Nutzer eigene Algorithmen bauen
Jay Graber hat Bluesky verlassen — und direkt nachgelegt. Ihre neue App heißt Attie und dreht das Social-Media-Prinzip um: Nicht der Algorithmus bestimmt, was du siehst. Du bestimmst den Algorithmus.
Die Idee hinter Attie
Jeder Nutzer wird zum eigenen Feed-Designer. Per KI beschreibst du, was du sehen willst — und was nicht. Kein Doomscrolling by Design, kein Engagement-Maximierung-Bullshit.
Das ist ein direkter Mittelfinger an Instagram, TikTok und X. Deren Geschäftsmodell lebt davon, dass du NICHT kontrollierst, was dir gezeigt wird.
Wer ist Jay Graber?
📅 Timeline
- 2021:** Übernimmt die Leitung von Bluesky, damals noch ein Twitter-Projekt
- 2023:** Bluesky öffnet für die Öffentlichkeit, wächst rasant
- 2024:** Bluesky knackt 20 Millionen Nutzer
- 2026:** Graber geht — und startet Attie
Die Frau hat Erfahrung mit dezentralen Systemen. Bei Bluesky hat sie das AT Protocol gebaut, das jedem erlaubt, eigene Algorithmen zu schreiben. Attie geht einen Schritt weiter: KI macht es auch für Nicht-Entwickler möglich.
✅ Pro
- Nutzer behalten die Kontrolle über ihren Feed
- KI als Werkzeug statt als Suchtmaschine
- Gründerin mit Track Record im dezentralen Social-Media-Bereich
❌ Con
- Noch unklar, wie sich die App finanzieren soll
- Algorithmus-Design klingt nach Nische, nicht nach Massenmarkt
- Gegen TikToks Dopamin-Maschine anzutreten ist brutal
Was das bedeutet
Die Debatte um algorithmische Kontrolle ist nicht neu — aber bisher hat niemand ein brauchbares Produkt daraus gebaut. Wenn Attie funktioniert, könnte es das erste Social-Media-Tool sein, das Nutzer nicht als Produkt behandelt. Das ist ambitioniert. Und genau deshalb wird es schwer.