EU knöpft sich Snapchat wegen Kinderschutz vor
Die EU-Kommission hat ein formelles Verfahren gegen Snapchat eingeleitet. Vorwurf: Die Plattform prüft nicht ausreichend, wie alt ihre Nutzer wirklich sind.
Worum es geht
Snapchat steht unter Verdacht, gegen den Digital Services Act (DSA) zu verstoßen. Die Altersprüfung auf der Plattform sei unzureichend — Minderjährige kommen zu leicht rein. Brüssel hat die Geduld verloren.
Parallel dazu hat die Kommission bei vier Pornoseiten eine vorläufige Einschätzung abgeschlossen. Ergebnis: Auch dort bestätigt sich der Verdacht mangelhafter Alterskontrollen.
💡 Was das bedeutet
Die EU macht ernst mit dem DSA. Wer Minderjährige nicht aktiv schützt, bekommt Post aus Brüssel — egal ob Social-Media-App oder Pornosite. Snapchat drohen Strafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
✅ Pro
- EU setzt klares Signal für Jugendschutz
- DSA bekommt endlich Zähne
- Druck auf alle Plattformen steigt
❌ Con
- Altersverifikation technisch schwierig ohne Massenüberwachung
- Ausweispflicht im Netz wäre ein Datenschutz-Albtraum
- Snapchat ist nur ein Symptom, nicht die Ursache
Das eigentliche Problem
Funktionierende Altersprüfung im Internet gibt es bis heute nicht. Jedes 12-jährige Kind kann sich mit falschem Geburtsdatum anmelden. Die EU fordert Lösungen, liefert aber selbst keinen technischen Standard. Das Verfahren gegen Snapchat ist deshalb vor allem Politik — und weniger Problemlösung.