Ex-FinFisher-Chef verkauft Spionage-Tools an Angola
Ein ehemaliger Geschäftsführer des berüchtigten Münchener Überwachungsfirma FinFisher macht einfach weiter. Carlos Gandini vertickt jetzt Predator-Spähsoftware an den angolanischen Geheimdienst — als Vertriebspartner des Intellexa-Konglomerats.
Wer hier mit wem dealt
- Carlos Gandini** — Ex-Geschäftsführer von FinFisher, München
- Intellexa** — Konsortium hinter der Spähsoftware Predator, international sanktioniert
- Käufer:** Angolas Geheimdienst
- Produkt:** Predator — übernimmt Smartphones komplett, liest alles mit
Was Predator kann
Predator ist kein harmloses Monitoring-Tool. Die Software infiltriert Smartphones unbemerkt und zapft alles an: Kamera, Mikrofon, Nachrichten, Standort. Das komplette digitale Leben auf dem Silbertablett. Für autoritäre Regime ein Traum, für Journalisten und Aktivisten ein Albtraum.
📅 Timeline
- 2019–2022:** FinFisher gerät unter Druck, Razzia in München, Insolvenz
- 2023:** Intellexa/Predator wird von EU und USA sanktioniert
- 2024–2025:** Das Geschäft läuft trotzdem weiter — über neue Firmen und alte Netzwerke
- 2026:** Gandini taucht als Intellexa-Vertriebspartner in Angola auf
💡 Was das bedeutet
FinFisher ist pleite. Die Sanktionen stehen. Und trotzdem verkaufen dieselben Leute dieselbe Überwachungstechnologie an dieselben Kundentypen. Die Staatstrojaner-Branche ist wie ein Pilzgeflecht — oben schneidest du ab, unten wächst es weiter. Solange Regime Millionen zahlen, findet sich immer ein Gandini.
Pro (für die Überwacher)
- Predator funktioniert auf allen gängigen Smartphones
- Kaum nachweisbar für die Opfer
- Kompletter Zugriff auf alle Daten
Con (für alle anderen)
- Wird gegen Journalisten, Oppositionelle und Aktivisten eingesetzt
- Sanktionen greifen offensichtlich nicht
- Keine demokratische Kontrolle in Angola