Firma scrapt geheime Suchtgruppen-Meetings auf Zoom
WebinarTV hat Zoom-Webinare von anonymen Suchthilfe-Gruppen, Selbsthilfe für chronisch Kranke und sogar Nudisten-Treffen abgegriffen — ohne Erlaubnis der Teilnehmer.
Was passiert ist
Die Plattform scrapt systematisch öffentlich zugängliche Zoom-Webinare und stellt sie auf ihrer eigenen Website online. Darunter: Meetings von anonymen Suchtprogrammen. Menschen, die dort über ihre Abhängigkeit sprechen, wussten nicht, dass sie gefilmt und veröffentlicht werden.
So läuft die Masche
- Schritt 1:** WebinarTV findet öffentliche Zoom-Webinare
- Schritt 2:** Die Videos werden heruntergeladen und auf der eigenen Seite veröffentlicht
- Schritt 3:** DANACH fragt die Firma angeblich um Erlaubnis
- Ergebnis:** Die Videos sind längst online, bevor irgendjemand zustimmen kann
Wir fragen jede einzelne Person um Erlaubnis, ihre Webinare zu promoten.— Michael Robertson, WebinarTV-Gründer, gegenüber 404 Media
Die Recherche von 404 Media zeigt das Gegenteil: Erst scrapen, dann fragen. Klassiker.
💡 Was das bedeutet
Anonyme Suchthilfe lebt von einem Prinzip: Was im Meeting gesagt wird, bleibt im Meeting. WebinarTV zerstört dieses Vertrauen. Wer sich in einer Zoom-Selbsthilfegruppe öffnet und Wochen später sein Gesicht auf einer fremden Website findet, wird sich zweimal überlegen, ob er nochmal Hilfe sucht. Das kann Menschenleben kosten.
✅ Pro
- Zoom-Webinare sind technisch öffentlich zugänglich
- Robertson behauptet, er hole Erlaubnis ein
❌ Con
- Videos werden VOR der Erlaubnis veröffentlicht
- Hochsensible Gesundheitsdaten betroffen
- Anonymität von Suchtkranken zerstört
- Kein Opt-in, kein Datenschutz, kein Anstand