Kaugummi gegen Kamera: Der Sabotage-Guide
Überwachung nervt? Manche kleben, andere lasern, wieder andere brechen. Netzpolitik.org dokumentiert, wie Menschen den Kameras das Licht ausknipsen — analog, illegal, hands-on.
Worum es geht
Der Ausbau des Überwachungsapparats läuft seit Jahren. Doch nicht alle bleiben bei Petitionen und Demos. Manche greifen zu Werkzeug.
Die Arsenale des Widerstands
- Kaugummi:** Klebt auf die Linse, kostet nichts, macht die Cam blind.
- Laserpointer:** Brennt Sensoren durch, aus der Distanz, anonym.
- Brecheisen:** Die klassische Variante. Endgültig.
- Farbe & Lack:** Sprühdose ran, Bild weg.
Timeline des Kamera-Widerstands
- 1990er:** Erste Sabotage-Aktionen gegen Bahnhofs-Cams in Deutschland.
- 2000er:** Anti-Überwachungs-Spaziergänge in Berlin und Hamburg.
- 2010er:** Kampagnen gegen Bodycams und automatische Gesichtserkennung.
- 2020er:** KI-gestützte Überwachung wächst — der Widerstand auch.
💡 Was das bedeutet
Wo Algorithmen Gesichter scannen, wird die einzelne Kamera zum politischen Symbol. Wer eine Linse zuklebt, klebt nicht nur Plastik zu — er sabotiert ein ganzes System aus Mustererkennung, Datenbanken und automatisierten Verdächtigungen. Die Rechtslage ist klar: Sachbeschädigung. Die Motivation auch: Selbstverteidigung.
Die rechtliche Realität
Kamera kaputt = Straftat. § 303 StGB, Sachbeschädigung, bis zu zwei Jahre. Laserpointer auf Überwachungstechnik kann zusätzlich als Störung öffentlicher Betriebe gewertet werden.