LinkedIn-Verifizierung frisst deine Identität
Blaues Häkchen bei LinkedIn. Klingt harmlos. Kostet dich aber deine biometrischen Daten, deinen Ausweis und drei Minuten Naivität.
So läuft der Irrsinn ab
Ein Golem-Redakteur hat den Selbstversuch gemacht. LinkedIn leitet zur US-Firma Persona weiter — ein Identitäts-Startup, das die eigentliche Verifizierung übernimmt. Dort musst du deinen Personalausweis abfotografieren und ein Selfie-Video aufnehmen.
Was du für ein Häkchen abgibst
- Personalausweis** — Vorder- und Rückseite, komplett abfotografiert
- Biometrische Daten** — Selfie-Video mit Gesichtserkennung
- Übertragung in die USA** — Persona sitzt in San Francisco, nicht in der EU
- Keine Lösch-Garantie** — unklar, wie lange die Daten gespeichert werden
Was das bedeutet
Millionen LinkedIn-Nutzer geben ihre sensibelsten Daten an ein US-Unternehmen weiter, von dem sie noch nie gehört haben. Persona ist kein LinkedIn-Produkt — es ist ein Drittanbieter mit eigenen AGBs und eigener Datenverarbeitung. DSGVO? Wird auf dem Papier versprochen, in der Praxis wandern Ausweiskopien über den Atlantik.
✅ Pro
- Verifizierte Profile könnten Fake-Accounts reduzieren
- Drei Minuten, einfacher Prozess
❌ Con
- Biometrische Daten bei US-Drittanbieter
- Kein klarer Löschmechanismus
- DSGVO-Konformität mehr als fraglich
- Nutzer verstehen nicht, wem sie ihre Daten geben
Der eigentliche Skandal
LinkedIn verkauft das Häkchen als Trust-Feature. In Wahrheit ist es ein Datenschutz-Tausch, den die meisten Nutzer blind akzeptieren. Wer seinen Ausweis bei einem US-Startup hochlädt, nur um auf einer Karriere-Plattform seriöser zu wirken, hat die Kontrolle über seine Identität abgegeben.