Ministerin will Deepfake-Täter härter bestrafen
Niedersachsens Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) fordert den Bund auf, das Strafrecht gegen sexualisierte Deepfakes zu verschärfen. Und zwar schnell.
Was sie sagt
Wir sind es den Betroffenen schuldig, dass der Staat bei jeglicher Form bildbasierter sexualisierter Gewalt klare Kante zeigt.— Kathrin Wahlmann, Justizministerin Niedersachsen
Wahlmann nennt Deepfake-Missbrauch «zutiefst verachtenswerte Taten». Der Bundesgesetzgeber müsse «schleunigst reagieren» und bestehende Strafbarkeitslücken schließen.
Das Problem
Wer heute mit KI gefälschte Nacktbilder einer realen Person erstellt, fällt oft durch das Raster des Strafrechts. Die Gesetze stammen aus einer Zeit vor Stable Diffusion und Face-Swap-Apps. Was in 30 Sekunden auf dem Handy geht, braucht im Bundestag offenbar Jahre.
💡 Was das bedeutet
Die Forderung kommt von einer Landesministerin — nicht aus dem Bundesjustizministerium. Das heißt: Bis sich tatsächlich etwas ändert, muss das Thema erst durch Bund-Länder-Abstimmungen, Gesetzentwürfe und Lesungen. Betroffene warten also weiter.
📅 Timeline
- 2017:** Erste Deepfake-Pornos tauchen auf Reddit auf
- 2023:** KI-Bildgeneratoren machen Fakes für jeden möglich
- 2024:** EU AI Act erwähnt Deepfakes, aber ohne konkrete Strafen
- 2026:** Deutschland diskutiert immer noch über Strafbarkeitslücken
Warum das zu wenig ist
- Kein konkreter Gesetzentwurf auf dem Tisch
- Keine Zahlen zu Betroffenen oder Verfahren genannt
- Keine technischen Maßnahmen vorgeschlagen
- Reine Pressemitteilung, kein Handeln