Staat will KI-Fahndung — Bürgerrechtler schlagen Alarm
Ermittler sollen bald Fahndungsfotos automatisch mit Gesichtern im Netz abgleichen dürfen. Amnesty International, der Chaos Computer Club und weitere Organisationen sagen: Stopp. Sofort.
Worum es geht
Die Bundesregierung plant neue Befugnisse für Sicherheitsbehörden. Zwei Werkzeuge stehen im Zentrum:
- Biometrische Suche:** Fahndungsfotos werden automatisiert mit Gesichtern im Internet abgeglichen
- Automatisierte Datenanalyse:** KI durchforstet große Datenbestände nach Verdächtigen
- Betroffene Rechte:** Datenschutz, Versammlungsfreiheit, informationelle Selbstbestimmung
Was die Kritiker sagen
Die Zivilgesellschaft ist sich einig — und das Urteil ist vernichtend:
Keine verfassungskonforme Ausgestaltung möglich.— Gemeinsame Erklärung von Amnesty International, CCC und weiteren Organisationen
Kein Kompromiss. Kein "unter bestimmten Bedingungen". Die Organisationen fordern den kompletten Stopp.
💡 Was das bedeutet
Wer heute auf einer Demo fotografiert wird, könnte morgen per KI identifiziert werden. Das ist kein Sci-Fi-Szenario — es ist der konkrete Plan. Die Technik existiert, die Rechtsgrundlage soll geschaffen werden. Wenn Amnesty und CCC gleichzeitig Alarm schlagen, ist das kein Reflex. Das ist ein Warnsignal.
✅ Pro
- Fahndung nach Schwerstkriminellen wird effizienter
- Bestehende Fotos werden besser genutzt
❌ Con
- Massenüberwachung durch die Hintertür
- Chilling Effect auf Versammlungsfreiheit
- Fehlerquoten bei Gesichtserkennung treffen Minderheiten überproportional
- Verfassungskonformität laut Experten nicht herstellbar