Datenbroker verkaufen deinen Standort für Cents
Dein Handy verrät, wo du schläfst, arbeitest und zum Arzt gehst. Und die Werbeindustrie verschleudert diese Daten im offenen Internet — für jeden zugänglich, der zahlt.
Was die ARD-Doku zeigt
Die Dokumentation "Gefährliche Apps" macht sichtbar, was netzpolitik.org und der Bayerische Rundfunk in den sogenannten Databroker Files aufgedeckt haben. Standortdaten von Millionen Menschen, erhoben durch ganz normale Apps, landen bei Datenbrokern. Von dort kann sie praktisch jeder kaufen.
💡 Was das bedeutet
Die Daten reichen aus, um Bewegungsprofile einzelner Personen zu erstellen. Wer in einem Frauenhaus lebt, wer eine Entzugsklinik besucht, wer sich bei einer Demo aufhält — alles nachvollziehbar. Das ist keine theoretische Gefahr, das ist konkrete Lebensgefahr für vulnerable Menschen.
Zahlenbox
- Millionen** — betroffene Nutzer in Deutschland
- Cents** — Preis pro Datensatz bei Brokern
- 24/7** — lückenlose Bewegungsprofile möglich
- 0** — Betroffene, die davon wissen
✅ Pro
- ARD bringt das Thema ins Mainstream-TV
- Basiert auf solider investigativer Recherche
- Konkrete Beispiele statt abstrakte Warnungen
❌ Con
- Politische Konsequenzen? Bisher null
- EU-Datenschutzverordnung greift offenbar nicht
- Datenbroker-Industrie operiert weiter ungestört
Der blinde Fleck
Jede Wetter-App, jedes Casual Game kann Standortdaten absaugen und weiterverkaufen. Die meisten Nutzer klicken "Standort erlauben" ohne nachzudenken. Die Werbeindustrie hat ein System gebaut, das Stalking, Erpressung und Überwachung als Kollateralschaden in Kauf nimmt.