Gesundheitsdaten von 500.000 Briten auf Alibaba verkauft
Jemand hat hochsensible Gesundheitsdaten der UK Biobank auf Alibabas Cloud-Plattform zum Download angeboten. Die britische Forschungsdatenbank hat den Zugriff inzwischen gesperrt.
Was passiert ist
Die UK Biobank sammelt Gesundheitsdaten von rund 500.000 Freiwilligen — DNA, Blutwerte, Krankheitsverläufe, Lifestyle-Daten. Ein zugelassener Forscher hat offenbar Teile dieser Daten auf Alibaba Cloud hochgeladen und dort zugänglich gemacht. Ob er sie verkaufen wollte oder nur schlampig mit dem Zugang umging, ist noch unklar.
Was drin war
- DNA-Daten** und genetische Marker
- Medizinische Diagnosen** und Krankheitsverläufe
- Lebensstil-Infos** wie Ernährung, Bewegung, Alkoholkonsum
- Verknüpfbare Datensätze** — theoretisch re-identifizierbar
Was das bedeutet
Gesundheitsdaten sind das Kronjuwel für KI-Training. Wer solche Datensätze hat, kann Modelle für Diagnostik, Pharmaforschung oder Versicherungs-Scoring bauen — ohne dass die Betroffenen je zugestimmt haben. Dass die Daten ausgerechnet auf einer chinesischen Cloud-Plattform landeten, macht die Sache geopolitisch brisant.
📅 Timeline
- 2006:** UK Biobank startet die Datensammlung
- Laufend:** Über 30.000 Forscher weltweit haben Zugang beantragt
- 2026:** Datensätze tauchen auf Alibaba Cloud auf
- Jetzt:** Zugriff gesperrt, weitere Sicherheitsmaßnahmen angekündigt
Pro (Reaktion der UK Biobank)
- Schnell reagiert, Zugang gesperrt
- Weitere Sicherheitsmaßnahmen angekündigt
Con (Das eigentliche Problem)
- Forscher konnte Daten einfach auf externe Cloud kopieren
- Keine technische Sperre gegen Export
- 500.000 Menschen haben keine Kontrolle über ihre sensibelsten Daten