Millionen Dating-Fotos landeten bei Gesichtserkenner
OkCupid hat intime Nutzerdaten an ein Biometrie-Startup verscherbelt. Millionen Fotos, sexuelle Orientierung, politische Einstellungen — alles weitergereicht, ohne dass die User es wussten.
Was passiert ist
Die Match Group, Mutterkonzern von OkCupid, Tinder und Hinge, hat Nutzerdaten an ein Startup für Gesichtserkennung weitergegeben. Nicht irgendwelche Daten. Profilfotos, ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Vorlieben — das volle Programm.
Die US-Handelsaufsicht FTC hat den Deal aufgedeckt und ein Verfahren eingeleitet.
Zahlenbox
- Millionen** — betroffene Nutzerprofile
- 0** — Nutzer, die davon wussten
- 0 $** — Strafe für Match Group
So lief der Deal
Das Biometrie-Startup bekam Zugang zu einem der intimsten Datensätze, die es gibt. Dating-Profile enthalten, was Menschen sonst niemandem erzählen. Körpermerkmale, Vorlieben, politische Haltung — alles fein säuberlich kategorisiert und durchsuchbar.
Die Daten sollten angeblich für Forschungszwecke genutzt werden. Klar.
Die FTC-Reaktion
Die Behörde hat reagiert. Aber wie.
✅ Pro
- FTC hat den Fall überhaupt verfolgt
- Match Group bekommt Auflagen
❌ Con
- Keine Geldstrafe
- Nur milde Auflagen
- Kein Schadenersatz für Betroffene
- Daten sind längst draußen
Was das bedeutet
Deine intimsten Daten — wer dich anzieht, wie du aussiehst, was du glaubst — liegen jetzt bei einem Gesichtserkennungs-Startup. Zurückholen kann sie niemand. Und die Strafe für den Konzern, der das verbockt hat? Ein freundlicher Brief mit Auflagen.
Wer eine Dating-App nutzt, gibt damit offenbar nicht nur sein Herz preis, sondern auch sein Gesicht an die Überwachungsindustrie.