Microsoft streicht die AGI-Klausel aus OpenAI-Deal
OpenAI und Microsoft haben ihre Partnerschaft neu verhandelt — und die berühmte AGI-Klausel ist Geschichte. Der Passus, der jahrelang bestimmte, was passiert, wenn OpenAI "echte" künstliche allgemeine Intelligenz erreicht, wurde ersatzlos gestrichen.
Was sich konkret ändert
- AGI-Klausel:** Gestrichen. Bisher hätte das Erreichen von AGI Microsoft den Zugang zu OpenAIs fortschrittlichster Technologie entzogen. Dieses Szenario ist vom Tisch.
- Cloud-Deal:** Microsoft bleibt "primary cloud partner". OpenAI-Produkte erscheinen zuerst auf Azure — es sei denn, Microsoft kann oder will die nötigen Kapazitäten nicht bereitstellen.
- Abhängigkeit:** OpenAI gewinnt mehr Spielraum. Microsoft verliert sein stärkstes Druckmittel.
Was das bedeutet
Die AGI-Klausel war nie nur Technik — sie war Politik. Sie gab Microsoft eine Art Versicherung: Sobald OpenAI zu mächtig wird, greifen Sonderregeln. Dass beide Seiten diese Klausel jetzt streichen, zeigt zweierlei. OpenAI will keinen Kill-Switch mehr in fremder Hand. Und Microsoft wettet darauf, dass der Azure-Lock-in stärker bindet als jede Vertragsklausel.
📅 Timeline
- 2019:** Microsoft investiert 1 Mrd. Dollar in OpenAI
- 2023:** Multi-Milliarden-Deal, exklusive Cloud-Partnerschaft
- 2024:** OpenAI wandelt sich zur For-Profit-Struktur
- 2026:** AGI-Klausel fällt, Partnerschaft wird neu definiert
Die Ironie
Sam Altman hat jahrelang AGI als Unternehmensziel ausgerufen. Jetzt entfernt er genau die Klausel, die bei Erreichen dieses Ziels gegriffen hätte. Entweder glaubt OpenAI selbst nicht mehr an baldige AGI — oder sie glauben daran und wollen die Konsequenzen nicht tragen.