Wetter-App verkauft Standortdaten — Bußgeld droht
WetterOnline hat die GPS-Daten seiner Nutzer an Databroker vertickt. Jetzt zieht die Datenschutzbehörde die Reißleine.
Was passiert ist
Die beliebte Wetter-App sammelte präzise Handy-Standortdaten — und reichte sie an Datenhändler weiter. Netzpolitik.org und der BR deckten den Skandal vor über einem Jahr auf. Seitdem lief ein Verfahren, das jetzt Konsequenzen hat: Die zuständige Datenschutzbehörde will ein Bußgeld verhängen.
Warum das perfide ist
- Vorwand:** Du willst wissen ob es regnet
- Realität:** Dein Bewegungsprofil landet bei Datenbrokern
- Käufer:** Werbefirmen, Analysedienste, wer sonst noch zahlt
- Betroffene:** Millionen deutsche Nutzer, die nichts ahnten
Was das bedeutet
Wetter-Apps gehören zu den meistinstallierten Apps auf deutschen Handys. Wer hier Standortdaten abgreift und weiterverkauft, hat Zugriff auf Bewegungsprofile von Millionen Menschen — wo sie wohnen, arbeiten, einkaufen, wen sie besuchen. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist Massenüberwachung mit Gewinnabsicht.
📅 Timeline
- 2024/2025:** Netzpolitik.org und BR decken den Datenhandel auf
- 2025:** Datenschutzbehörde eröffnet Verfahren gegen WetterOnline
- 2026:** Behörde kündigt Bußgeld an — über ein Jahr nach den ersten Berichten
Das eigentliche Problem
Das Verfahren dauerte über zwölf Monate. In dieser Zeit lief der Datenhandel weiter. Die DSGVO gibt Behörden scharfe Werkzeuge — aber sie nutzen sie im Schneckentempo. Bis ein Bußgeld steht, haben die Broker längst kassiert.